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Der Mensch im Mittelpunkt von Lean Construction

An einem Strang ziehen

Baustellen sind intensive und gleichzeitig befriedigende Arbeitsplätze. Jede(r) trägt dazu bei etwas Großes wortwörtlich zu bauen. Aktuelle Herausforderungen wie Facharbeitermangel, vielschichtige Vertragsverhältnisse mit Nachunternehmern und vor allem hoher Leistungsdruck stellen den Baubetrieb in seiner Personalstruktur auf die Probe.

Umso trauriger, dass Lean Construction teilweise als „Effizienzkeule“ verstanden wird – man den Menschen mit einem Trichter „besseres Wissen“ einhämmern will, um sie langfristig wegrationalisieren zu können. Die Idee hinter Lean stellt den Menschen mit seinen Fähigkeiten in das Zentrum des Tuns. Wer braucht welche Mittel, Vorarbeiten und Material, um in Ruhe getaktet (Mura – vermeide Unausgeglichenheit), unter Fehler erzeugende Überlastung (Muri) und ohne Verschwendung (Muda) Wert am Bau zu schaffen. Bauleiter beantworten uns oft die Frage nach ihrer wichtigsten Aufgabe damit, dass sie dafür sorgen müssen, dass alle Teams koordiniert und an einem Strang ziehend, mit nötigem Material und Ausrüstung ihre Facharbeit verrichten können. Anders gesagt, ein Bauleiter ist Spielertrainer in einer Fußballmannschaft – steuernd, motivierend, manchmal maßregelnd. Sein Tun bestimmt sich durch seine Fähigkeit zu kommunizieren. Auch bei Polieren ist es nichts Anderes, kommt doch das Wort Polier vom französischen „parler“, also sprechen – jemand mit Fachwissen und einem Plan, der diesen den Beteiligten gut kommunizeren kann. Lean beseitigt mehr nutzlose Arbeiten als es die Leistungsdichte von Aufgaben absolut erhöht – sprich: mehr schaffen und trotzdem früher nach Hause gehen am Abend.

Gemeinsame Ziele schweißen zusammen

In unserer Erfahrung ist der Schlüssel in Lean Management, dass man dabei zuerst das gemeinsame Ziel (ein Bauprojekt in Zeit, Kosten und Qualität) in den Mittelpunkt stellt. In Lean-Sprache wäre das die Gesamtprozessoptimierung. Davon leitet man dann kleinere Arbeitspakete für die Teams an Profis ab. Wenn jeder seine Aufgaben kennt und das gemeinsame Ziel vor Augen hat braucht Lean Construction nämlich genau fähige und eigenverantwortliche Teams, die ihren Teil dazu beitragen, dass das Gesamtwerk funktioniert. In diesem Tun schlummert viel Wertschätzung: Eigenverantwortung, gemeinsames Ziel und persönlicher Beitrag, Professionisten.

Gutes Lean-Werkzeug stellt den Anwender in den Mittelpunkt

Jegliche Hilfsmittel, von denen wir die zentralen Elemente auch über CONTAKT bereitstellen (Baupläne und –modelle, Materialbedarfe, Taktung & Teamkoordination, Aufgabenstatus und –rückmeldungen) sind Werkzeuge, die Kommunikation hier noch klarer, schneller und verfügbarer machen müssen. Auch das ist Wertschätzung: Warum spricht man in der Bauwirtschaft bei Digitalsierung immer von Planung (BIM Modelle), schafft aber nach Lean Kriterien die Wertschöpfung zum allergrößten Teil am Baufeld, im Baubetrieb.

Gerade die Menschen am Bau haben die besten Werkzeuge verdient, denn die Arbeit ist komplex, stressbehaftet und meistens zu wenig wertgeschätzt. Wir erleben zum Beispiel, dass das gemeinsame Besprechen von Leistungswerten eine ganze neue Dimension erzeugt: Wie können wir zusammenarbeiten, um die besten Ergebnisse zu wiederholen. Das ist Teamgeist, Lean und Digitalisierung in einem!

Lean spielend in den Baualltag integrieren

Lean Construction darf nicht als akademische Wissenschaft verstanden werden im Baubetrieb. Es sind Verhaltensmuster und vor allem Kommunikation, die ohne sie so zu nennen immer schon im Bau vorhanden waren. Mit dem Trend zu Lean Construction werden diese Muster jetzt ausdrücklich und verstärkt – wichtig ist, dass wir sie „spielend“ und vor allem als Unterstützung (nicht Besserwissen!) mit den Bauteams verstärken. Software hat hier eine tolle Eigenschaft: wenn sie Spaß macht und hilft ist sie das schönste „Korsett“, um Lean Prinzipien wie Taktung, bestätigte Auftragspakete oder schnelle Statusmeldungen für alle ermöglichen, dabei aber immer den Fokus auf das Wesentliche halten: Die Menschen im Baufeld, die mit ihren Händen durch diese Prinzipien stressfreier, verlustärmer und kontinulierlicher Gebäude, Straßen, Brücken, Tunnels oder Anderes bauen.

Verfasser:
Lucas Johannes Winter, Managing Director CONTAKT GmbH

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